1. Mai – Naziaufmärsche verhindern
Am 1.Mai werden Nazis erneut bundesweit
Demonstrationen durchführen.
Auch in Südhessen, genauer gesagt, Rüsselsheim und Raunheim soll eine
Doppeldemonstration stattfinden, die sich gegen Kapitalismus und Globalisierung
richten soll. Dabei werden die Nazis ihre altbekannten verkürzten und falschen
Kritikansätze zu verbreiten versuchen. So war bereits im Februar auf
mehreren einschlägig bekannten Naziseiten folgendes zu lesen: „Die
Arbeiterstädte Raunheim und Rüsselsheim mit ihrem hohen Ausländeranteil bringen
jedem Volksgenossen die Folgen der Globalisierung direkt vor Augen […]“ Deutlich
wird in diesem Zitat vor allem eines: der Rassismus der AutorInnen. Den
„Volksgenossen“ aus den „Arbeiterstädten“ werden die AusländerInnen als
„volksfremde Elemente“ entgegengestellt. Globalisierung heißt in den Augen der
Nazis: AusländerInnen kommen nach Deutschland und nehmen „uns Deutschen“ die
Arbeitsplätze weg.
Und einen Sündenbock für diese Wahnvorstellung haben sie auch schon: Schuld ist
natürlich das „internationale Finanzkapital“.
Wir halten das alles für großen Schwachsinn. Ganz davon abgesehen dass
AusländerInnen nicht den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen (es handelt sich
hierbei um einen Mythos), sind Kapitalismus und damit auch Globalisierung
keineswegs das Produkt irgendeiner Verschwörung oder Clique der Mächtigen,
sondern werden von uns allen betrieben. Und was bleibt uns auch anderes übrig?
Solange der Kapitalismus als System existiert sind wir seinen Zwängen
unterworfen. Schließlich will jeder von uns so gut leben wie möglich und muss
sich im Konkurrenzsystem Kapitalismus möglichst gut gegen die anderen
durchsetzen um das zu können. Warum uns das so normal erscheint? Weil innerhalb
der Gesellschaft bis jetzt keine vernünftige Alternative existiert und wir uns
diesen Zwängen in allen Lebensbereichen unterordnen müssen um unsere Existenz
nicht aufzugeben.
Der Staat spielt bei der Stabilisierung dieser kapitalistischen
Wirtschaftsordnung eine nicht unwichtige Rolle, da er das kapitalistische System
stützt. Gut beobachten lässt sich das, wenn es wieder einmal zu
Verteilungskämpfen im Kapitalismus kommt und die Beschäftigten mehr Geld
fordern. Zwischen den Fronten derer, die den Lohn möglichst gering halten wollen
(den „ArbeitgeberInnen“) und denen die ihn möglichst hoch halten wollen
(„ArbeitnehmerInnen“) vermittelt der Staat und hält das System stabil. Er ist
sozusagen der/die StreitschlichterIn des Kapitalismus. Deshalb muss eine
antikapitalistische Position sich zwangsläufig auch gegen den Staat richten.
Eine für die Gesellschaft (in Deutschland ist es besonders schlimm)
charakteristische Eigenart ist es im Übrigen, diesen kapitalistischen
Verteilungskampf nicht einfach auszutragen. In den üblichen Argumentationsweisen
wird besonders viel Wert darauf gelegt, dass die eigenen Positionen ja auch das
Beste für das große Ganze seien. Bei den Studienprotesten war beispielsweise
nicht selten die Rede davon, dass Studiengebühren schließlich auch schlecht für
den deutschen Wirtschaftsstandort seien, also für Deutschland und alle seine
EinwohnerInnen. Statt den Verteilungskampf als solchen zu benennen wird sich
eine Interessensgemeinschaft aller herbei halluziniert: eigentlich wollen ja
alle das gleiche. Diesen Standortnationalismus gilt es ebenfalls zu verurteilen,
da er das Kollektiv, das Volk, über den/die EinzelneN, das Individuum, stellt,
frei nach dem Nazimotto „Gemeinnutz vor Eigennutz“ (25-Punkte-Programm der
NSDAP), welches nicht nur von rechts immer wieder gerne zitiert wird.
Gerade in Städten wie Rüsselsheim, in denen die
RepublikanerInnen regelmäßig zweistellige Wahlergebnisse einfahren, gilt es
Widerstand gegen die deutschen Zustände zu leisten.
Die Alternative kann es allerdings auch nicht sein, einen „Aufstand der
Anständigen“ zu proben. Vielmehr ist es notwendig Nazis offensiv zu bekämpfen.
Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln.
Kommt mit uns auf die Straßen um den Nazis das Leben schwer zu machen!
Deutschland abschalten! Kapitalismus bekämpfen!